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Quests / Fraktionen

Zwei Warlords kämpfen mit ihren Untertanen um die Herrschaft über das BERNEXPO-Gelände. Schliess' dich am Eingang einer der zwei Fraktionen an und unterstütze deinen Warlord im Kampf. Löse dazu die Aufgaben (Quests), die du überall auf dem Gelände verstreut findest. So sammelst du Punkte für dich und für deine Fraktion. Und das ab jetzt ganz komfortabel mit der App Event Token. Lade sie direkt herunter, melde dich an und gewinne: Unter allen Anmeldungen verlosen wir 2 Samsung S10 5G.

                    

Was das für dich bedeutet

Lade die App!

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Sammle Punkte!

Erledige Quests, um Punkte zu sammeln und deine Fraktion zu unterstützen. Am Ende des HeroFests gewinnt die Fraktion, welche insgesamt die meisten Punkte sammeln konnte. Je mehr du selbst sammelst, desto höher sind deine Chancen, bei der HeroFest-Tombola Preise wie Hardware oder Game-Codes zu gewinnen.

Werde zum Helden!

Das HeroFest ist nicht nur ein Spielplatz. Hier muss jeder und jede auch etwas leisten! Trete einer der Fraktionen Nox oder Solaris bei und kämpfe zusammen mit deinen Mitstreitern um den Sieg übers HeroFest. Unterstütze deinen Warlord beim Machtkampf um den Nexus!

So einfach funktioniert die App

Fraktionen

 - Team Nox

Team Nox

Die Mitglieder von Nox wollen die Kraft des Nexus für sich gewinnen, um so das Chaos im Multiversum ein für alle Mal zu beseitigen und jeden, der den Rissen zum Opfer gefallen ist, wieder nach Hause zu schicken.

Das Wohl der Gemeinschaft steht für den gewählten Anführer Nicolas an erster Stelle. Die Mitglieder des furchtlosen Wolfsrudels von Nox sind mehr als ein Sammelsurium verschiedener Welten, sie bilden eine Familie, die füreinander kämpft und einsteht.

Zusammen werden sie den Untergang der Welten verhindern!

Team Solaris

Unter dem Wappen des mächtigen Phönix sammeln sich ebenso mächtige Gefährten, die sich der Rettung aller Welten verschrieben haben. Jeder, der gerne seine Ärmel hochkrempelt und weiss, Dinge anzupacken, ist bei diesem wilden Haufen herzlich willkommen.

Angeführt von der energischen Hexe Helia versucht Solaris, alle Welten vor ihrem Untergang zu retten, denn für sie ist klar: Probleme müssen an der Wurzel allen Übels angegangen werden.

 - Team Solaris

Das ist die Story

Gewaltige Risse erscheinen in den verschiedenen Welten unseres Multiversmus und bringen alles durcheinander. Tausende von Personen fielen ihnen bereits zum Opfer und fanden sich plötzlich in einer völlig fremden Welt wieder, weit entfernt von ihrem Zuhause.

Der Nexus bildet das Zentrum aller Universen und hält alles zusammen.  Er ist der Schmelztiegel aller Welten sozusagen. Nun jedoch umgeben von Krieg, Zerfall und Korruption ist er heiss umkämpft, da ihn jeder zu seinen Gunsten nutzen will.

Doch zwei Fraktionen stellen sich der Herausforderung, die Herrschaft über die Welten zu erlangen und sie so vor ihrem Untergang zu schützen: Die furiosen Kämpfer von Solaris, welche für Recht und Ordnung sorgen wollen und die furchtlosen Kameraden aus Nox, mit dem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit und Gemeinschaft.

Das HeroFest ist die Kulmination dieses Kampfes! Nun, da auch ihr euch im Nexus befindet, müsst ihr euch einer der Fraktionen anschliessen. Nur mit eurer tatkräftigen Unterstützung wird es gelingen, unser aller Untergang aufzuhalten!

Die Vorgeschichte

«Kinder, setzt euch, wir beginnen mit dem Unterricht» mit freundlichem Blick sieht die Lehrerin in die Runde. Sie ist immer wieder aufs Neue erstaunt über diese Welt: Menschen, Zwerge, Feen, Orks, verschiedenste kybernetische und tierische Wesen – Kinder aller Völker in einem einzigen Klassenzimmer. «Bitte schlagt eure Bücher auf Seite 27 auf.»

«Frau Varela, Sie haben uns letzte Woche versprochen, Sie erzählen uns die Geschichte der Warlords!», ertönt es plötzlich aus der vorderen Reihe, begleitet von einem zustimmenden Raunen der Mitschüler. «Ja, wenn wir am Ende noch Zeit dafü-» «Oooch, biiiiiiitte!» wird sie prompt unterbrochen, «Sie haben’s versprochen!» Auch dieser Einwand wird vom gesamten Klassenzimmer bestätigt.

«Na gut, versprochen ist versprochen. Aber es wird aufgepasst und nicht dauernd gequasselt.» Sie nimmt ein in Leder gebundenes Buch aus dem Regal, setzt sich vor die Klasse und beginnt zu erzählen:

«Nun, Kinder, wir ihr bereits wisst, ist das grosse Multiversum leider in Gefahr. Unzählige grosse Risse tauchten urplötzlich in allen möglichen Welten auf! Wo auch immer diese grässlichen Öffnungen auftauchen entreissen sie den Welten ihre Lebenskraft und verwandeln wunderschöne Landschaften in graue, leblose Flecken. Jeder, der ihnen zu nahe kommt, verschwindet für immer und landet genau hier im Nexus – dem Zentrum des ganzen Multiversums.

Und so geschah es, dass vor vielen Jahren vier tapfere Kinder auch in einen Riss gefallen und voneinander getrennt in unserer Welt gelandet sind. Es waren jeweils zwei Geschwister: Die mutige Helia mit ihrem tapferen kleinen Bruder Tobias und der kühne Junge Nicolas mit seiner besonnenen Zwillingsschwester Lucia.

Während Nicolas und Helia sich inmitten der Wildnis wiederfanden, landeten die jüngeren Geschwister im verloren geglaubten Schrein der Wächter. Die Wächter, wie ihr alle sicherlich wisst, sind uralte Wesen, die von den alten Helden erschaffen wurden, um die neuen Auserwählten für ihre Aufgabe vorzubereiten: Den Nexus und das Multiversum vor den Rissen zu beschützen.

Tobias und Lucia stellten sich mutig allen Prüfungen der Wächter und wurden von ihnen zu den ersten Auserwählten auserkoren. Danach mussten sie und ihre Geschwister viele Abenteuer überstehen, bevor sie alle endlich wieder vereint waren.

Zusammen reisten sie zurück zum Schrein der Wächter, damit auch Helia und Nicolas sich den Prüfungen der Wächter stellen konnten. Auch die älteren Geschwister meisterten ihre Herausforderungen und so kam es, dass die Wächter sich entschieden, die Kinder auszubilden.»

«Aber Frau Varela», platzte eines der Kinder plötzlich dazwischen «Ich dachte, die Warlords sind heute miteinander verfeindet. Wenn sie sich so gut verstanden haben, was ist denn passiert?»

Sie hielt einen Moment inne, «Wisst ihr Kinder, Ehrgeiz ist wichtig um seine Ziele und Träume zu verwirklichen, denn nur wenn man an sich selbst und die Dinge, die man tut glaubt, wird man Erfolg haben. Unsere Helden waren schon immer sehr ehrgeizig und wenn solche starken Persönlichkeiten aufeinander treffen, die völlig davon überzeugt sind das Richtige zu tun, dann werden Freundschaften stark auf die Probe gestellt», erklärte sie den Kindern, während sie das nächste Kapitel aufschlug.

«Es begann alles mit dem erscheinen des «Ursprungs». Man hielt ihn eigentlich für einen Mythos, der nur in alten Geschichten vorkam. Er ist die Quelle aller Magie des Nexus und verfügt über einzigartige Fähigkeiten. Mit seiner Hilfe ist es den Auserwählten möglich, zu den anderen Welten des Multiversums zu reisen und die Risse ein für alle Mal zu schliessen. Jedoch benötigt beides jedes Mal sehr viel Energie. In alten Schriften wurde unseren Helden offenbart, dass ruhmreiche und heldenhafte Taten die Energie des «Ursprungs» mit neuer Energie füllen würden.

Und so machten sie sich gemeinsam auf den Weg, bereisten die ganze Welt und halfen jedem, der sich in Not befand, um den «Ursprung» mit Energie aufzutanken. Fasziniert von der vorbildhaften Zusammenarbeit und dem schier endlosen Willen der Kinder kamen jedes Jahr mehr und mehr Anhänger dazu um ihnen zu helfen und jedes Jahr wurde mehr Energie gesammelt als im Jahr davor. Doch schnell wurde klar, dass die beiden Anführer der Gruppe, Nicolas und Helia, sich nicht einig waren, wie die gesammelte Energie genutzt werden sollte.

Nicolas sah die zahlreichen Probleme der Leute auf dem Nexus und wollte ihnen helfen. Helia empfand das Leben auf dem Nexus aber nur als Übergangslösung und wollte allen ermöglichen, in ihre Heimatwelten zurückkehren zu können. Die Energie war aber leider nicht unbegrenzt und so gerieten die alten Freunde immer öfter in Streitereien.

Bis an jenen schicksalhaften Tag im Zentrum des «Ursprungs». Ausser den vier Auserwählten weiss niemand genau, was geschehen ist. Was aber feststeht: es gab eine furchtbare Explosion! All die gesammelte Energie, für die die Leute so hart gearbeitet hatten, war verloren und Nicolas war unglaublich schwer verletzt.

Die Anhänger waren erzürnt.

Sie machten beiden Warlords schwere Vorwürfe, schliesslich war ihre Uneinsicht der Grund für dieses Unheil. Der Riss, der zwischen den alten Freunden entstanden war, zog sich auch durch ihre Gefolgschaft hindurch. Es bildeten sich Gruppen, die jeweils an die Ziele von Helia oder Nicolas glaubten. Frühere Freunde stritten sich urplötzlich über die Zukunft des Nexus. Ganze Familien zerfielen an der Feindseligkeit, die jetzt über der ganzen Bevölkerung lag wie eine dunkle Wolke. Tobi und Lucia versuchten vergeblich die Meute zu beruhigen, doch der Tumult war bereits zu gross, als dass man ihn noch hätte in den Griff bekommen können. Zusammen mit den Wächtern entschieden sich die Vier, dass es besser sei, die beiden Gruppen sofort zu trennen, bevor alles, wofür sie gearbeitet hatten, in Flammen aufging.

Die Warlords schworen ihren Anhängern, dass sie für ihre Vision einstehen werden und weiterhin für das Wohl des Nexus kämpfen werden. So kam es, dass noch am selben Tag das prächtige Solaris, angeführt von der Erzmagierin Helia und auf der anderen Seite das Rudel der Nox unter Führung des Prätors Nicolas gegründet wurden.

Aber die Freunde wussten, dass es nie wieder zu so einem Vorfall kommen durfte. Sie mussten eine Lösung finden, um entscheiden zu können, wie die gesammelte Energie verwendet wird. Und alle mussten mit dieser Lösung einverstanden sein.»

«Das HeroFest!», rief es gleich aus mehreren Mündern. «Genau!», entgegnete Frau Varela erfreut. «In diesem jährlichen Wettstreit müssen beide Fraktionen ihr Können, Mut und ihren Zusammenhalt unter Beweis stellen – und es braucht jede Einzelne und jeden Einzelnen von euch, denn denkt daran: Jeder kann ein Held sein!»

Die Zeremonie

Es war ein Meer aus Blau und Rot, auf das die Vier hinabsahen. Tausende von Anhängern waren für die Zeremonie erschienen. Die Fraktionswappen hoch empor gehoben von ihren Trägern, verziert mit den erhabenen Abbildern der Wächter. Die tobende Menge konnte es kaum erwarten! Es war der letzte Tag des HeroFests und beide Fraktionen hatten erbittert für ihre Seite und den Sieg gekämpft. Nun wollte  jeder wissen, wer denn schlussendlich siegreich aus dem Wettbewerb hervorgehen wird.

Selbst die vier Warlords, stoisch auf ihrer förmlichen, extra für die Zeremonie gebauten Plattform sitzend waren innerlich bei weitem nicht so gelassen, wie sie ihren Anhängern vorspielten. Verständlich, ging es doch um nichts Geringeres als die Herrschaft für das ganze nächste Jahr. Die Siegerfraktion des heutigen Tages durfte über die gesamte gemeinsam gesammelte Energie verfügen. Eine unglaubliche Gelegenheit, die gleichzeitig mit einer noch grösseren Verantwortung einhergeht.

«Wo bleiben die Zwei? Die brauchen doch sonst nie solange für die Auszählung». Helia wurde langsam ungeduldig von dem ewigen Herumsitzen. «Du weisst doch, wie genau sie ihre Aufgaben nehmen. Ausserdem sind sie erst eine Viertelstunde zu spät», wollte Tobias seine Schwester beruhigen, aber sein Versuch wurde nur von einem genervten Seufzen belohnt.

Nicolas drehte sich seiner Nachbarin zu: «Das gehört nun mal zu unserer Arbeit dazu, die Leute habe immerhin hart dafür gearbeitet, Hel-» - «Spar dir deine Belehrungen, Nico», fuhr Helia dazwischen. «Das ist      mir schon bewusst, aber wenn ich daran denke, wie sehr die Zwei ständig auf Pünktlichkeit beharren und sich dann selbst nicht an den Zeitplan halten, ugh.»

«Da hat sie ausnahmsweise nicht unrecht», musste Lucia gestehen und zuckte mit ihren Schultenr. «Ja, dass ihr bei dem Thema einer Meinung seid, das wundert mich jetzt nicht», entgegnete Nicolas leicht genervt. «Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann du das letzte Mal pünktlich zu einer Sitzung ersch-» aber Tobias unterbrach das Gekeife: «Pssst, seid still, sie sind da.»

Die feiernde Meute verlor sich in Jauchzen und Freudengesängen, denn über den Köpfen der Leute waren sie plötzlich erschienen: Die Wächter.

Zwei imposante Tiergestalten. Zur linken ein flammender Vogel, grell wie die Sonne selbst mit einer beeindruckenden Flügelspannweite von fast drei Metern. Seine Schwingen endeten in lodernden Flammen, welche eine wohlige Wärme ausstrahlten, die in einem eine tiefe Ruhe hervorruften.

Zur rechten eine Wölfin, deren anmutiger Tritt allein bereits Ehrfurcht auslösen konnte. Ihr dunkles blau-schwarzes Fell wechselte stetig seine Farbtöne und war mit dünnen silbernen Streifen versehen. Die eisblauen, stechenden Augen, die jeden sofort durchschauen konnten, sah auf das Farbenmeer hinab und erhob ihre Stimme, welche mit Leichtigkeit über den ganzen Platz schmetterte: «Bewohner, Helden, Freunde - Es ist soweit! Warlords erhebt euch!»

Die vier Auserwählten erhoben sich aus ihren Sesseln und sahen gespannt zu ihren Mentoren empor. Erneut ergriff die Wölfin das Wort: «Ihr alle, die ihr euch hier versammelt habt, könnt stolz auf euch sein. Ihr habt alle tapfer für eure Fraktion gekämpft – darüber hinaus habt ihr tapfer für das Wohl der Gemeinschaft gekämpft». Ihr strenger Blick richtete sich zu den Warlords: «Jedoch kann nur einer von euch die Herrschaft für das nächste Jahr übernehmen.» Für wenige Sekunden herrschte absolute Stille auf dem Platz, alle Augen einzig und allein auf der Wächterin ruhend.

«Die Gewinner des diesjährigen HeroFests ist: Nox».

Kaum waren diese Worte ausgesprochen, explodierte die blaue Seite auf dem Platz in ohrenbetäubendes Gebrüll! Die Leute fielen sich in die Arme, jubelten und kreischten aus vollem Hals und selbst der Himmel war mit leuchtend-blauem Feuerwerk geschmückt!

Hoch oben auf der Plattform feierten zwei weitere ihren Sieg. Lucia sprang ihrem Bruder Nicolas um den Hals: «Wir haben’s geschafft! Wir haben gewonnen!» Nicolas selbst jubelte der Menge mit emporgestreckter Faust zu. «Dies wird unser Jahr», rief er ihnen zu «Das Jahr von Nox!»

Das Treffen

-- Rauschen – 

-- Klick --

[weibl. Stimme]: Hat sie sich wieder beruhigt?

[männl. Stimme]: Einigermassen, aber sie will immer noch kein Wort mit ihm wechseln.

[W]: Diese Frau macht mich noch wahnsinnig. Wie kann man so verbohrt sein!

[M]: *nuschelt* Das sagt ja die Richtige…

[W]: Wie bitte? 

[M]: Nichts.

[W]: Wenn sie schon so skeptisch ist, dann soll sie halt zusehen, dass es klappt und mit anpacken.

[M] Du warst bei unseren Ideen auch oft nicht Feuer und Flamme.

[W] ….

[M]: Schau, ich will mich nicht mit dir streiten. Es bringt ja nichts, wenn wir uns am Ende auch noch an in die Gurgel gehen. Ansonsten kriegen wir die zwei nie mehr dazu, miteinander zu reden.

[W]: Das hat doch nichts mit Streiten zu tun! Du weisst selbst, wie lange das schon ein Problem ist. Und dank der vielen Neuankömmlinge haben wir dieses Jahr so viel Energie gesammelt wie noch nie zuvor! Ich verstehe nicht, wie sie diese Chance ungenutzt lassen kann. Dabei ist sie sonst doch immer die, die sich Hals über Kopf in jede noch so gefährliche Situation stürzt.

[M]: Hey, das stimmt so nicht. Sie überlegt sich das immer gut, du gehst wieder so hart mit ihr ins Gericht.

[W]: Ach, was. Blödsinn! Wieso nimmst du sie immer gleich in Schutz?

[M]: Ich nehme niemanden in Schutz. Du weisst selbst, wie gefährlich eure Idee ist und ihre Bedenken sind angebracht.

[W]: Vielleicht, aber weder ihre Art noch ihr Ton.

[M]: Du weisst genau, dass es immer laut wird, wenn die Zwei aneinandergeraten. Dein Bruder weiss genau, welche Knöpfe er bei ihr drücken muss, damit sie explodiert.

[W]: Das ist keine Entschuldigung!

[M]: … 

-- Rascheln – 

-- Stille --

[M]: Und was machen wir jetzt?

[W]: Ach, keine Ahnung. Auch wenn es mich tierisch nervt, aber wir brauchen ihr magisches Wissen. Red’ halt mal Klartext mit ihr und mach’s ihr begreiflich, dass wir jetzt das sagen haben und sie sich an die Abmachungen zu halten hat – sonst hat das Ganze hier doch keinen Sinn.

[M]: Ach… Ja, ich weiss ja.

[W]: Nimm halt Ben mit, der wird sie schon überzeugen.

[M]: Du weisst, dass du den Wächter nicht so nennen sollst!

[W]: Ach entspann dich, Benny ist nicht hier – oder willst du mich verpetzen, he?

[M]: Du bist manchmal echt unmöglich.

-- Rascheln –

[M]: Also gut, ich melde mich wieder, sobald es Neues gibt. Treffen wir uns wieder hier?

[W]: Hm, nein. Schick mir einfach eine Nachricht. Aber beeil dich, wir haben nicht ewig Zeit.

-- Schritte sind zu hören –

[M]: Na gut, bis dann.

-- Klick --

Der Abgrund

«Der Abgrund», ein Ungetüm eines Risses. Schon seit Jahren sind die südöstlichen Wüsten seinetwegen komplett unbewohnbar. Kilometerweit zieht sich der leblose graue Abgrund wie eine Narbe über die sonst so wunderschönen Dünen von Guangko und entzieht allem und jedem, der sich in seine Nähe wagt, sämtliche Lebenskraft. Das nördliche Flussdelta war einst die Heimat unzähliger Stämme und Kulturen, doch geblieben ist nur ein ausgetrocknetes Rinnsal und verlassene Ruinen von zerstörten Zivilisationen.

«Heute holen wir uns endlich ein Stück unserer Welt zurück! Wurde auch langsam Zeit. Keine Ahnung wie lange die Wüstenvölker es noch in ihren Zelten und notdürftigen Schuppen ausgehalten hätten». Lucia lehnte entspannt an einer Felsformation, welche eine hervorragende Übersicht auf die leblosen Weiten von Guangko bot. «Bist du fertig mit all deinen Vorbereitungen? Können wir endlich loslegen?», erkundigte sie sich ungeduldig bei ihrem Bruder.

Nicolas sass nicht weit entfernt von ihr tief in Meditation versunken und inmitten eines ausgefeilten magischen Zirkels. Die Wächter und Helia hatten wochenlang gebraucht, um die richtige Kalibrierung für die Unmengen an Energie zu finden, die sie gleich benötigen werden, um mit diesem Monstrum fertig zu werden. Es war ein ungewohnter Anblick, ihren Bruder ganz ohne seine komplette Panzerung im Einsatz zu sehen, aber für diese Aufgabe würde das ganze Gewicht nur stören.

Nach einem kurzen Moment der Stille erhob sich Nicolas, atmete noch einmal tief durch und wandte sich ihr zu: «Fertig», flüsterte er vor sich hin, «Hoffentlich reichen die Vorbereitungen aus.» Waren das etwa plötzlich Zweifel, die sie da hörte? Sie schüttelte leicht den Kopf während Sie erneut zu dem enormen Riss herab blickte: Ob das klappt?

Sein Herzschlag pochte ihm bis in beide Ohren. Zweifel? Jetzt?, wunderte er sich. Nein, das stimmte so nicht. Sein Atem war ruhig, tief, die Gedanken alleinig fokussiert auf die bevorstehende Aufgabe. Das waren keine Zweifel, auch keine Nervosität, sondern pures Adrenalin: Das Kribbeln in den Beinen eines Sportlers direkt vor dem Anpfiff, das dumpfe Gefühl in der Magengegend eines Schauspielers kurz bevor er die Bühne betritt. 

Er sah sich nach seiner Schwester um. Lucia, die bereits ihre Position eingenommen hatte, nickte ihm zu. Jetzt oder nie, los geht’s. Mit diesem letzten Gedanken begann er wie schon so oft zuvor, sich auf die schlummernde Kraft des «Ursprungs» zu konzentrieren, doch dieses Mal war alles anders. Es war als hätte jemand die Schleusen eines Staudamms geöffnet. Plötzlich ergoss sich ein gigantischer Schwall an Energie über ihn und seine Schwester und zwang ihn fast in die Knie. «WOW! Meine Güte!», entfuhr es Lucia, ihr lief bereits nach kurzer Zeit der Schweiss ins Gesicht.

Ruhig! Konzentrier dich, lass die Energie hindurch fliessen! Nicolas versuchte, sich an all das Training mit den Wächtern zu erinnern. Noch nie fühlte sich die Energie so schwer und wild an – wenigstens wussten sie jetzt, dass die magischen Zirkel definitiv funktionieren.

Als sie sich von ihrem ersten Schock erholt hatten, richtete sich ihr Fokus auf ihr Ziel. Der schier unendliche Schlund schien selbst vor dieser Menge an Kraft nicht beeindruckt, denn bisher bewegte sich gar nichts. «Mehr! Wir brauchen mehr Power, Lulu!» Lucia brüllte: «Spinnst du? Das ist viel zu gefährlich, du stehst jetzt schon kaum auf den Beinen. Wenn wir jetzt die Kontrolle verlieren, dann kratzen die uns’re Überreste noch in Wochen aus den Felsen». Doch Nicolas hatte keine Zeit für Diskussionen. Er schloss die Augen, atmete tief ein und begann mit aller Wucht an dem Energiestrom zu ziehen.

Sofort ging ein weiterer Ruck durch die Geschwister. Nicolas’ Körper stand nun komplett unter Spannung, jeder Muskel zog sich krampfhaft zusammen. Es benötigte jede Faser seinen Verstandes, um bei Bewusstsein zu bleiben. Doch seine Bemühungen zeigten Wirkung: «Sieh doch! Es schrumpft», jauchzte es hinter ihm. Tatsächlich! Mit nur einem halb geöffneten Auge sah Nicolas, wie sich das Ende des Risses langsam, aber stetig zu schliessen begann.

Einige Minuten darauf brachen die zwei Warlords schweissgebadet zusammen. Komplett ausser Atem aber voller Euphorie über die vollbrachte Tat. «Der erste Schritt ist getan! Der Abgrund kann bezwungen werden», vermerkte Nicolas zwischen zwei Atemzügen. «Ja, aber es gibt noch viel zu tun, bis wir hier fertig sind». Lucia sass stirnrunzelnd vor einer ausgebreiteten Landkarte, die sie aus ihrer Umhängetasche geklaubt hat. Etlichen Positionen, waren rund um den Abgrund eingetragen.  Nicolas trat zu ihr rüber und hielt ihr die Hand entgegen, um ihr aufzuhelfen. «Da hast du leider ausnahmsweise Mal Recht, Schwesterherz. Los, wir müssen weiter». Sie klopften sich den Sand von den Kleidern, packten ihre Sachen und marschierten los. «Oh mann, das wird ein verdammt langer Tag».

 

 

 

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